Donnerstag, 27. August 2009

Ohne Titel

Es gleicht die Seele
einem endlos weiten Sternenraum
doch beschränkt ist der Blick in eben jene
unser Denken gleicht einem imaginären Zaun

Der Möglichkeiten entwachsen
verdrängt, verlernt und unverstanden
treiben Gier und Macht hier ihre faxen
und ziehn die Fäden unseres Handeln

Marionettengleich in historischen Schleifen
führen wir Kriege, sind verantwortunglos
erfinden dafür wahrlich glaubhafte Lügen
und fallen des Nachts in angstvollen Schoß

Der Mensch erhebt sich über seine Natur hinaus
spaltet sich schon als Kind davon ab
kennt sich schon bald mit Gesetzen aus
und lebt im Hochhaus einer Stadt

Die Macht der Liebe verrottet auf seinem Weg
ist sie doch der Grund, warum man lebt
sie verlangt nach Leben ohne materiellen Wert
ist Kraft und Heilung in unserer Welt

Ich schließ´ meine Augen und seh´ was mich bewegt
die Erde ist Eden, es ist schön was ich seh´
und hoffe und träume, bin der Krieger mit Herz
klein und vergänglich ist das Leid und der Schmerz

Wir sind Lichter auf Erden
wenn die Nacht herein bricht
und selbst wenn wir sterben
endet´s wohl nicht

Dienstag, 25. August 2009

Westfalen-Blatt

Newsletter vom 25.08.09

  • Zwei Wochen nach seiner Ankunft an der Struthmühle hat der WWoofer Andreas Stolz noch immer kein Glas zerdeppert
  • Jedoch ist es ihm gelungen, die Schiebetür eines VW-Busses auszuhebeln
  • Beim Zäune aufstellen beweist er nachweislich viel Geschick
  • Vor zwei Tagen sah er zum ersten Mal einen Faserenzian
  • Schartenbergs Delle: Einem Schaf gelang es, den Zaun zu durchbrechen. Völlig beunruhigt und mit einem Pulsschlag von 311 Schlägen/min. wartete er auf den Schäfer. Mission erfolgreich beendet.
  • Nach mehreren Umwegen kennt er sich nun auch in der Gegend um den Edersee einigermaßen aus.
  • Seine Ankunft bei den Schafen wird von diesen mit den Worten dokumentiert: "Ah, da isser wieder." "Bringt neues Wasser." "Aber das kann er ja." "Doch schaut mal wie oft der stolpert!"
  • Bei der Zeckenjagd beweist er großer Talent. Mindestens zehn der Blutsauger knackten bereits zwischen seinen Daumennägeln.
  • Seltsame Ereignisse in Frankenberg: Während die Wirtschaftskrise an den Nerven manch eines Millionäres zährt beobachtete er, daß es nicht allen so geht. So saßen Gäste in einem doch eher gehobenen Hotels mit Restaurant auf Stühlen ohne Polster. Da es ihnen mißfiel orderten sie kurzerhand Kissen, die von den Bediensteten ohne Zögern gebracht wurden.
  • In einem Irish-Pub gelang es ihm bei einem Billard-Match Ruhrpott gegen Struthmühle die Partie mit 3 zu Null zu seinen Gunsten zu entscheiden.

Freitag, 21. August 2009

Samstag, 15. August 2009

How, Häuptling Lederarsch meldet sich mal wieder zu Wort.

Ich bin nun in Frankenau an der Strutmühle angekommen und werde hier nun ein vierwöchiges "Praktikum" beim Biologen und Schäfer Georg Schutte absolvieren. Er lebt hier mit seiner Frau Jule, der kleinen Lotte und den Schäferhunden Babse, Leon, Pfeil, Tiger und Fine.

Die Strutmühle liegt in einem Tal in Alleinlage am Rande Frankenaus. Es ist nicht einfach zu beschreiben, wie schön es ist. Drum sag´ ich es mal so: Dieser Ort hier ist nicht zu vergleichen! Keine Geräusche der modernen Welt dringen hier ein, der Blick schweift über Wälder und Wiesen an Hängen vorbei. Blüte und sattes Grün lassen Verkehrschaos und hektisches Treiben vergessen. Gestern Nacht zeigte sich mir ein Sternenhimmel, den ich wohl noch nie so rein und klar sah.

Oft war ich bereits mit Schorsch bei seinen Heidschnucken. Die können einen ziemlich auf Trab halten. Lerne allmählich, wie man Zäune steckt und auch so wieder einsammelt und zusammenlegt, um sie leicht wieder aufbauen zu können. Aber gut Ding will Weile haben.

Ich erhalten hier einen tiefen Einblick in die Natur. Und obwohl ich nun ja sehr gerne in der Vergangenheit im Wald war, spüre ich dennoch, wie blind ich war. Das Gleichgewicht der Natur ist sehr sensibel und jede kleinste Veränderung kann schon Grund für einige Arten sein, zu kommen oder zu gehen.

Ich freue mich, hier zu sein. Und wie schon so oft auf meiner Reise, toi toi toi, spüre ich die Sicherheit, daß das hier dazugehört.

How, Häuptling Lederarsch hat gesprochen. Ich bin oft in Gedanken bei euch und freue mich immer wieder aufs neue von euch zu lesen. Tschöööööö der Andi



Donnerstag, 6. August 2009

Berge

Oh je, oh je. Heute ist definitiv meine erste schwere Bergetappe. Dazu noch 34 Grad. Doch ich find´s irgendwie geil. Hab´ mich heute daran erinnert, wie damals Jan Ullrich eine schwere Bergetappe gewann und ihm während der Fahrt sein Teamkollege mit den Worten antrieb: "Quäl Dich, Du Sau!" Das hilft, auch wenn ich´s zu mir selbst sagen muss.

Bin grad in Bad Salzuflen. Hätt´ nie im Leben gedacht, wie schnell man mit dem Fahrrad durch Deutschland kommen kann. Die Gegend hier ist herrlich. Gestern bin ich entlang der Weser in Richtung Porta Westfalica gefahren. An einer sehr kleinen Fähre hab ich dann meinen Fahrradcomputer verloren. Das fiel mir allerdings erst auf der Fähre auf. Hab´ den guten Fährmann dann gebeten, mich wieder zurückzubringen. Zum Glück fand ich ihn dann wieder...

Heute morgen, wieder an der Fähre, hielt ich mein erstes Interview. Ein Reporter eines Lokalblattes hat sich nach der Geschichte besagter Fähre erkundigt. Na ja, und auch ich wirkte wohl im Bezug auf den Artikel interessant. Das war wirklich witzig.

So, weiter geht´s nun für mich. Adiossos!!!

Montag, 3. August 2009

FOTOOOOOOS

Im Nebel meines Ich

Mich zieht´s auf eigenartige Weise
tief in meine Seele hinein
leb´ auch im Innern eine Reise
und spür´den unbewussten Keim

Ich versuch´ nicht, zu verstehn´
auch stell´ ich keine Fragen
in der Tiefe gibt´s viel zu sehen
dort liegt Freud und Leid begraben

Ich trenn´ mich vom Erwartungsdurst
heg´ keine Illusionen mehr
es darf alles, es gibt kein Muss
doch mein Ego macht´s mir schwer

Es gilt nun, neu zu lernen
und doch mich nicht von mir zu trennen
die Welt, mein Leben ohne Muster zu verstehen
und dem Urteil jede Macht zu entziehen

Da gibt´s ein Licht
im Nebel meines Ich
er nimmt mir noch die Sicht
doch stärkt und wärmt es mich

Sonntag, 2. August 2009

Viel geschehen, doch nicht alles zu erzählen

Na, jetzt hab´ ich wohl recht viel zu erzählen.

Doch zuvor möchte ich mich mal bei allen bedanken, die meinen Blog so regelmäßig besuchen. Und auch vielen Dank für die Kommentare. Hab sie grad´gelesen und mich gefreut.

Mein Kilometerstand nach nun drei Wochen Tour hat gestern die 1.000 Km-Marke geknackt. Meinem Fahrrad und mir geht´s gut. Ok, der Ständer am Bike ist bereits abgebrochen und auch die Gangschaltung hatte es nötig, neu eingestellt zu werden aber das sind ja nur kleine Wehwehchen... Klopf grad drei mal auf Holz und sag´ toi, toi, toi!


Am Sonntag, 26.07.09 hab ich die Ostsee erreicht. Auf direktem Weg hab ich den nächsten Hundestrand (der wird vom Tourismus ein wenig geschont) gesucht und bin ab zum Meer. Ich hätt´schreien können. Der Tag war sonnig, die Tour angenehm, eine leichte Brise und dann der Blick über´s Wasser, saaaagenhaft.

Am Abend, es war bereits sehr spät, saß ich dann allerdings irgendwo mitten in einem Feld und hatte fast keine andere Möglichkeit dort einfach mein Zelt aufzuschlagen. Zwei Stunden hab´ ich damit verbracht, einen Platz zu suchen. 20 km und einiges auf und ab habe ich hinter mich gebracht um dann endlich etwas zu finden.

Ich fand einen Selbstversorgerhof, der von Claudia bewirtschaftet wird. Dort hatte ich die Möglichkeit bis zum Donnerstag zu verweilen und erhielt einen tiefen Einblick in das Leben einer gewissen Unabhängigkeit, die mir gefallen hat. "Wie gut es mir doch eigentlich geht!" dachte ich nicht nur einmal. Holz für die Heizung muss gehackt werden, die Tiere wollen versorgt sein, der Hof in Stand gehalten werden und die Familie ist auch noch da. Nun geht Claudia allerdings auch noch nebenher arbeiten. Sport ist für Sie der reinste Luxus, denn Sie fragt sich, wie man um Himmels Willen noch Zeit dafür haben kann. Doch steht sie voll und ganz hinter ihrem Lebenstil und möchte es nicht anders haben wollen. Das kann ich nachvollziehen. Selbstverständlich sind es allerdings auch Eindrücke, die ich mehr am Rande erfahren habe. Wie es wirklich ist, kann ich nicht sagen. Habe aber wenigstens gelernt, wie man Holz hackt....

Morgen geht´s für mich weiter durch die Lüneburger Heide in Richtung Kassel. Schreibt ruhig weiter fleißig Kommentare, es freut mich von euch zu hören. Die nächsten Fotos gibt´s später, ist nicht so leicht ein Internet-Café mit USB-Anschluss auf dem Land zu finden.

Liebe Grüße an alle Andi