Samstag, 31. Oktober 2009

Mit einem Glas Rotwein bewaffnet sitz ich da....

... und fühle mich danach zu schreiben. Ich bin wieder in der "Heimat" angekommen. Und wie schön, es hat sich nicht viel verändert. Meine Familie ist meine Familie, meine Freunde sind meine Freunde. Ich bin ich. Und nun nach dieser Reise sogar ein Stück weit mehr als vorher...

Aber wie finde ich die richtige Beschreibung dafür? Wie lässt sich ein Bewußtsein schildern in dem Gefühle und Gedanken wie Sterne in weitem Raum ihren Platz finden? Wie lässt es sich beschreiben, wenn der innere Fluss steht´s an neue Ufer führt ohne zu verharren? Wie lässt es sich erklären woraus das Segel meines Bootes geknüpft ist? Bin ich der Steuermann oder der Wind, der nach seiner Willkür bläßt und meine Wege bestimmt?

Ich bin mir sicher, so manche Frage sucht nicht nach Antwort. Vielleicht ein wenig nach Weisheit. Was war zuerst da, die Frage oder die Erkenntnis? Jede Erkenntnis birgt doch eine weitere. Ist dieses erst umschrieben sucht der Geist doch längst schon nach jenem.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf den Rotwein. Ein Hoch auf das Tuch der Liebe, das mein Segel ist. Ein Hoch auf das Leben, das den Wind beschreibt und ein Hoch auf das Wunder unserer Existenz das das große Wort der Weisheit erfunden hat...

Ein Lachen treibt auf meinen Lippen, sprüht Funken wie ein Feuerwerk in meiner Seele und ich bitte euch mich nicht allzu ernst zu nehmen... Danke!!!

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Guten Tag ihr treuen Leser, Hin- und wieder Leser, Erstleser!
Heute ist der 01. Oktober, ich bin seit einer Woche in Straubing. Meine Reise auf dem Fahrrad durch Deutschland geht ihrem Ende zu. Nun sitze ich im Bahnhof oben im Zeitschriftenladen am PC und versuche einen meiner letzten Berichte für diesen Blog zu tippen...
Etwas seltsam ist es schon, nun nach 2 1/2 Monaten "on the road" nicht bald wieder an einem neuen Campingplatz zu sein, nicht wieder neue Landschaften zu sehen, nicht wieder neue Menschen und Sitten kennenzulernen. Denke ich an meinen ersten Tag kommt es mir fast so vor, als wäre es gestern gewesen. Ich freue mich sehr darüber, das alles so reibungslos und ohne große Probleme geklappt hat. Auch das Wetter war stets gnädig mit mir.
Doch was hat mir die Reise von der Entscheidung bis hin zur Umsetzung nun eigentlich gebracht? Diese Frage und viele weitere kreisen grad durch meinen Schädel und verursachen durch ihren anarchistischen Charakter ein kleines Chaos, das mich im Herzen nicht gering verwirrt. Und um des Herzen willen, meiner Intuition wegen, aus eben der inneren Sicherheit heraus ging es bei meiner Reise.
Hatte ich doch einige feste Ziele wie die Nordsee, die Ostsee, die Schäferei in Frankenau wie auch die Heimat meines Onkels, Straubing, waren die Wege dorthin täglich ohne Planung frei gewählt. Ich wusste nicht, wo ich am Abend schlafen werde, wo ich während des Tages Rast machen werde. Auch wusste ich nicht, ob ich gute Menschen oder schlechte Menschen treffen würde, welch Ausblick auf die Natur ich von dieser erhalten würde und welchen Einblick ich für mich finden würde. Ich bin mir da sicher, jedes Interesse dafür wäre auch nicht wichtig gewesen. Den erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!!!
Ich ziehe sehr viel Vertrauen daraus, auf stets sicheren Wegen durch dieses Land unterwegs gewesen zu sein. Vertrauen zu mir selbst, zu meiner Intuition. Sicherlich habe ich sie auf diese Weise auch um einiges besser kennengelernt. Und wie es nun auch immer klingen mag, dieses Gefühl ist in mir, gibt mir Halt, Kraft und eine Gewissheit, meine Entscheidungen zu verfolgen so absurd sie manch einer auch nennen mag!
Ich habe mich zu Risiko und Abenteuer entschieden, es macht das Leben lebenswert. Ein Lachen auf unbekannten Wegen ist mehr Wert als ein Weinen auf bekannten..

Donnerstag, 17. September 2009

:-) Ich konnte weiterfahren!!! :-)

Grüzi an das Volk,

freut euch mit mir, ich konnte meine Reise fortführen und bin nun in Kempten im Allgäu.
Das war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Von den vergangenen 9 Tagen bin ich bis gestern 8 Tage gefahren und legte über teilweise sehr anspruchsvolle Strecken 640 km. zurück.

Während ich am Freitag ein wirklich heftiges Tief hatte schlug dieses dann am Samstag in Ausgeglichenheit und Freude um. Habe dann nämlich die erlösende Nachricht erhalten....

Ja, nun bin ich ziemlich weit im Süden. Die letzte Etappe geht dann nach Straubing. Dort verweile ich für ein paar Wochen bei meinem Onkel. Ihn habe ich etwa 20 Jahre nicht gesehen. Wir stehen bereits in Kontakt zueinander und freuen uns zu sehen. Ich bin mal gespannt.

Nun sammel ich noch einmal meine Kräfte, sammel mich auch im Innern, es geht auf das Ziel meiner Reise zu....

Hoffe, es geht euch allen gut. Bis bald, Andreas

P.S.: Melanie, wie geht`s Deinem Mitbewohner? Hält er seine Wohnung sauber oder hat er schon renoviert?

Freitag, 11. September 2009

Wandel und Veränderung

How, Häuptling Lederarsch-Bergziege will mal wieder was loswerden.
Ich traf die Entscheidung meiner Reise aus dem Herz heraus. Auch die Wege, die ich mit meinem Fahrrad fuhr und fahre, sind Wege aus dem Herzen heraus, intuitiv gewählt und in tiefem Vertrauen zu mir selbst. All das, was nun geschehen ist und als Erinnerung "zwischen meinen Ohren" geschrieben steht war gut und wertvoll. Die Natur, ob nun in Ostfriesland, an der Ostsee, die Lüneburger Heide, der Kellerwald und nun hier im Spessart, zeigt sich mir als etwas sehr beständiges obschon sie steht´s ím Wandel ist. Ich lernte den Wandel als etwas unabänderliches kennen und akzeptieren, lernte mein Leben und all die Gefühle in mir kennen und verstehe allmählich wie nahe Freud und Leid zusammenliegen und doch beide nicht vom Menschen verlangen, festgehalten zu werden als mehr erlebt zu werden.
Aus privaten Gründen heraus kann ich nun nicht genau sagen, wann meine Fahrradtour zuende sein wird. Es klingt vielleicht dem ersten Anschein nach egoistisch, doch ist es wohl ein gesunder Egoismus. Denn wenn ich meine Reise dort beenden kann, wo ich es geplant habe ist ein mir sehr nahe stehender Mensch wieder gesund und wohlauf.
Nun fühle ich mich in meinem Leben von Tränen berührt, die von Abschied sprechen. Doch der gute Glaube und die Hoffnung ist groß, davon noch für einige Zeit Abstand nehmen zu dürfen.
How, Häuptling Lederarsch-Bergziege hat sentimentale Worte gesprochen und richtet seine Gedanken nun zum großen Manitou.

Dienstag, 8. September 2009

Abschied von der Struthmühle

Heute nehme ich Abschied.
Vier Wochen. Sehr viele Eindrücke. Warmherzige Familie. Treue Hunde.
Ich kann es grad nur in Stichpunkten äußern.
Danke für alles und viel Erfolg bei eurer Arbeit. Ich wünsche euch, das sehr bald euer Einsatz für die Natur und Engagement bei der Arbeit Lohn und Anerkennung findet.
Mir ist unser Kennenlernen sehr wertvoll geworden.

Feuer

Wochen bei Schorsch, Jule und Lotte

Donnerstag, 27. August 2009

Ohne Titel

Es gleicht die Seele
einem endlos weiten Sternenraum
doch beschränkt ist der Blick in eben jene
unser Denken gleicht einem imaginären Zaun

Der Möglichkeiten entwachsen
verdrängt, verlernt und unverstanden
treiben Gier und Macht hier ihre faxen
und ziehn die Fäden unseres Handeln

Marionettengleich in historischen Schleifen
führen wir Kriege, sind verantwortunglos
erfinden dafür wahrlich glaubhafte Lügen
und fallen des Nachts in angstvollen Schoß

Der Mensch erhebt sich über seine Natur hinaus
spaltet sich schon als Kind davon ab
kennt sich schon bald mit Gesetzen aus
und lebt im Hochhaus einer Stadt

Die Macht der Liebe verrottet auf seinem Weg
ist sie doch der Grund, warum man lebt
sie verlangt nach Leben ohne materiellen Wert
ist Kraft und Heilung in unserer Welt

Ich schließ´ meine Augen und seh´ was mich bewegt
die Erde ist Eden, es ist schön was ich seh´
und hoffe und träume, bin der Krieger mit Herz
klein und vergänglich ist das Leid und der Schmerz

Wir sind Lichter auf Erden
wenn die Nacht herein bricht
und selbst wenn wir sterben
endet´s wohl nicht

Dienstag, 25. August 2009