Donnerstag, 30. April 2009

Für die Liebe

Oft beneide ich jene Seelen, die ihr Wesen an der Oberfläche tragen. Jene Menschen, die nie einen Zwiespalt in ihrem Herzen trugen. Dort, wo jede Sehnsucht keimt und nach Erfüllung ruft.

Mich hat vor einigen Tagen während eines Telefongespräches etwas überrascht. Ich sprach mit einer sehr guten Freundin und äußerte meine Ängste und Zweifel hinsichtlich meiner Reisepläne. Ich sprach von Unvernunft in Zeiten einer Wirtschaftskrise ein solches Vorhaben in die Tat umzusetzen. Ich fragte Sie, ob es doch besser wäre, vernünftig zu sein?
Sie antwortete: "Ja, sei vernünftig."
Ich sprach: "Also die Reise absagen?"
Sie antwortete: "Nein!"
Ich sprach: "Du meinst also, vernünftig ist, meine Reise zu tun um Erfüllung zu finden?"
Sie antwortete: "Ja!"

Es ist nicht allzu wichtig nach Gründen für die Kluft zwischen meiner Sehnsucht und meiner Entscheidungen dagegen zu suchen. Die Stimme meines Herzens schwieg während mir die Stimme meines Verstandes in hellen Tönen ein gutes und bequemes Leben versprach. So ging ich denn auch meine Wege. Es waren glatte, ebene, künstliche, von jedem Hindernis befreite Wege. Sie waren einfach, ich ging sie leicht. Stumm habe ich mich ergeben. Denn ich kannte keine anderen, vermisste sie also auch nicht.

Doch mein Herz hat gelitten. Im Stillen, im Geheimen. Dort, wo ich es hinterlassen habe und den Weg dorthin vergaß. Tiefer und tiefer fiel es in die Gründe meiner Seele.

An dem Tag, als es mich an sich erinnerte, war ich keines klaren Gedankens fähig. Schmerzvoll richtete sich mein Blick auf die verlassene Landschaft meiner Seele, die ohne Blüte dar lag. Voller Angst und Misstrauen begegnete ich den Menschen. Nichts war mehr vertrauenswürdig, wie mir schien. Denn ich hatte das Vertrauen zu mir selbst verloren.

Der Weg, den ich eingeschlagen hatte, war eine Einbahnstraße die zudem noch in eine Sackgasse führte.

Ich suchte Hilfe auf. Ich war nicht fähig, alleine aus dieser Verzweiflung heraus zu finden. Oft schrieb ich Briefe an meine Freundin, die das alles mutig und tapferen Herzens ertrug, während Sie heimlich, mir gegenüber verbergend, sehr darunter litt. In einem Brief an Sie fand ich folgende Worte:

Ich glaube an das Gute
Ich glaube an die Liebe
Ich glaube an den Krieger
auf dem Weg mit Herz

Nun, nach langer Zeit des Wartens und Sparens, gehe ich den Weg mit Herz. Bin der Krieger, der an die Liebe glaubt und trete meinen Heimweg an. Trotze aller Ängste und Zweifel und suche entschlossen nach dem Geheimnis, das noch im Nebel einer Ahnung liegt. Ich suche, um das zu finden, was wir alle in uns tragen...

Siehst Du den Mond aufgehen?
Siehst Du die Sterne auferstehen?
Siehst Du die Sonne am neuen Tag,
der nichts vom Alten bringen mag?

Ich seh den Tau, der auf den Halmen glänzt
und den Hahn, der schrie schon längst
von seinem Rufe bin ich aufgewacht
ich hatte Träume heute Nacht

In dunkle Höhle schien ein Licht
ich sah im Spiegel mein Gesicht
und voller Hoffnung war ich dann
befreit aus einem dunklen Bann

Dann hört ich laut den Hahnenschrei
wachte auf, der Traum vorbei
seh das Leben nun erwachen
und schenk dem Morgen
ein heitres Lachen

Donnerstag, 2. April 2009

Einführung

Hallo liebe Leute, die Ihr nun an meiner Gedankenwelt und meinen Abenteuern im Leben teil haben werdet. Ich möchte zunächst einmal dem Herrn Sonnefeld danken, der sich für die Idee dieses Blogs verantwortlich zeichnet und mir mit Rat und Tat zur Umsetzung meiner Wünsche zur Seite steht.

Hintergrund zur Veröffentlichung aller Dinge, die da noch in Schrift niedergelegt werden ist mein Entschluss, eine Reise zu tun. Ich werde für einige Monate mit dem Fahrrad unterwegs sein. Die Route ist noch ungewiss. Ihr werdet davon lesen, wo ich gerade bin.

Den Wunsch, etwas in dieser Art und Weise zu unternehmen, habe ich lange schon. Doch nicht einmal zuvor war der Ruf danach so deutlich und klar wie heute. Es zeugt nicht gerade von Bescheidenheit, möchte es aber trotzdem sagen: "Mich macht meine Entscheidung für die Reise schon ein wenig stolz." Ich fühle mich mutig und stark, mein neues Abenteuer auf eine Art und Weise erleben zu können, die mich dem Leben näher bringen wird.